Ergotherapie für Säuglinge und Kleinkinder (0-3 Jahre)

Kleine Schritte – große Entwicklung

Schon die Kleinsten entdecken jeden Tag die Welt – vom Greifen nach dem Spielzeug bis zum ersten Rollen oder Krabbeln. Für manche Babys und Kleinkinder klappt das alles ganz leicht, andere brauchen etwas mehr Unterstützung – sei es bei Bewegung, Spiel, Sprache oder sozialem Verhalten.

Frühkindliche Reflexe – Basis für Bewegungen

Frühkindliche Reflexe sind wichtige automatische Bewegungen, die Babys in den ersten Lebensmonaten zeigen. Sie beeinflussen den Erwerb von sicheren Bewegungen, Koordination und Haltung. Problematisch wird es, wenn bestimmte Reflexe nicht von selbst abgebaut werden, denn das kann Bewegungsmuster, Haltung und alltägliche Fähigkeiten beeinflussen.

Wann ist eine Abklärung sinnvoll?

Die sogenannten „Grenzsteine der Entwicklung“ nach Michalis geben die Altersgrenzen an, in denen typische Entwicklungsschritte erreicht sein sollten. Zeigt ein Kind Auffälligkeiten – zum Beispiel beim Greifen, Drehen, Krabbeln oder Aufrichten – ist eine fachliche Abklärung sinnvoll. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt kann beraten und bei Bedarf an eine Ergotherapeutin oder einen Ergotherapeuten überweisen.

Ergotherapie – Unterstützung im Alltag

Auch bei bestehenden Diagnosen – zum Beispiel Down-Syndrom – oder bei Frühgeborenen kann Ergotherapie den Alltag von Kind und Familie erleichtern. Schon kleine Übungen helfen, Bewegungsabläufe sicherer zu machen, die Entwicklung harmonisch zu fördern und den Alltag strukturierter zu gestalten.

Oft kann schon eine ergotherapeutische Elternberatung wertvolle Hinweise geben. Bei ernstzunehmenden Entwicklungsstörungen gilt: Je früher die Therapie beginnt, desto besser. So wird der Behandlungszeitraum kürzer, die Familie entlastet, und Eltern lernen, ihr Kind gezielt im Alltag zu unterstützen.

So läuft die Therapie ab

In den Therapiestunden stehen spielerische Übungen, gezieltes Handling und praktische Alltagstipps im Mittelpunkt:

•      Sicheres Drehen, Hochziehen oder Halten des Babys, um Bewegungen und Reflexe zu unterstützen

•      Spiele, die Greifen, Hand-Augen-Koordination oder sichere Bewegungsmuster fördern

•      Alltagsrituale, die Einschlafen, Essen oder Selbstständigkeit erleichtern

So entdecken Kinder spielerisch neue Fähigkeiten, ihre Bewegungsmuster entwickeln sich harmonisch, und Eltern erhalten praktische Strategien, die direkt im Alltag umgesetzt werden können. Dadurch wird das Miteinander entspannter und freudvoller – gerade in den ersten, so wichtigen Lebensjahren.